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Oktober 2013


Waldgut Schirmau/Schalkenbach. Dank des guten Kontakts von Peter Krebs von der Wacholderwacht Osteifel zu Susanne Hermes von der Landwirtschaftlichen Fakultät der Uni Bonn durfte eine multinationale Studentengruppe die Wacholderheide auf dem Weiselstein bei Schalkenbach einen ganzen Tag lang als Lernort der besonderen Art erleben.

Bei schönstem Herbstwetter erfuhren die 16 Agrarstudenten aus aller Welt, dass die Heide das Resultat alter bäuerlicher Nutzung ist. Gerhard Krämer, Sprecher der Wacholderwacht Osteifel übernahm die Moderation in englischer Sprache und die Informationen zum Schutz der besonderen Landschaftsform Heide als Habitat für seltene Flora und Fauna. Die Studenten erfuhren, dass nach dem radikalen Strukturwandel in der Landwirtschaft durch die Erfindung des Haber-Bosch-Verfahrens von 1918 zur Gewinnung von Stickstoff die nunmehr letzten Heideinseln unserer Heimat Gefahr laufen, durch natürliche Sukzession mit dem letztlichen Übergang zu Wald für immer verloren zu gehen drohen. Heide braucht absolute Nährstoffarmut und volle Sonnenexponiertheit. Eine Beschattung durch Ginster, Kiefern und Birken sowie bestimmter Süßgräser fördern das Verschwinden der typischen Heidevegetation. Eine regelmäßige Beweidung durch Schafe oder Ziegen und das Entfernen der Bäume und Ginster sind daher unverzichtbar.


Wacholderwachtsprecher Gerhard Krämer (v. r.) moderierte
den Erlebnistag in englischer Sprache

(Foto: Peter Krebs)

Daraus ergab sich für die Studenten unter Anleitung der Wacholderwarte ein klarer Arbeitsauftrag. Gemeinsam wurden die zahlreichen Birkenschösslinge mit Astscheren entfernt sowie Ginster und Kiefernkeimlinge mit Muskelkraft aus dem Heideboden gezogen. Wacholderwart Werner Krutwig demonstrierte, wie mit der gezielten Hebelwirkung des kanadischen Spezialgerätes "Big Foot" das Entfernen mitsamt der Wurzel wesentlich erleichtert wird. Das „geerntete“ Schnittgut wurde abschließend auf einen großen Haufen zum späteren Abtransport aufgeschichtet. Würde man es einfach in der Heide verrotten lassen, brächte es wieder nährstoffreichen Humus in das empfindliche Ökosystem!

Zum Mittagessen traf man sich zusammen mit dem Verbandsgemeindebürgermeister Johannes Bell und dem Schalkenbacher Bürgermeister Toni Harst in der „Remise“ des Waldgutes Schirmau, wo Martina Liemersdorf bereits ein köstliches Menü aus regionalen Produkten vorbereitet hatte.



Dank der Unterstützung durch VG-Bürgermeister Johannes Bell (Bildmitte) und Toni Harst (3. v. l.) war der Heide-Event ein toller Erfolg für den Naturschutz
(Foto: Peter Krebs)

Nachdem man sich gestärkt hatte, ging es erneut in die Wacholderheide. Die heidetypische Flora und Fauna stand nun im Lehrplan. Mit vorbereiteten Fototafeln stellte Gerhard Krämer vier Tierarten vor, die stellvertretend für die Entwicklung des Naturschutzes in den Wacholderheiden sind. Es sind der Warzenbeißer (eine Heuschreckenart), die Heidelerche (deren Bestände zunächst vollkommen erloschen waren und jetzt fotografisch samt Brutnachweis dokumentiert sind), der Neuntöter und die blauflüglige Ödlandschrecke. Mit Keschern und Fangboxen „bewaffnet“ streiften anschließend die Studenten mit großem Eifer durch die Heide, um selbst das eine oder andere Exemplar erfolgreich zu fangen und nach anschließender Bestimmung wieder in Freiheit zu entlassen.



Fernab ihrer Heimat lernten diese beiden Studentinnen
die Insekten unserer Heiden kennen

(Foto: Peter Krebs)







Gebannt lauschen diese beiden Studentinnen
aus Fernost den Ausführungen von Gerhard Krämer

(Foto: Peter Krebs)

Am Ende des abwechslungsreichen Tages bedankten sich die Bonner Gäste besonders herzlich bei Peter Krebs, der als Organisator dieses Events die Kontakte vermittelt hatte und dank großzügiger Spenden der Bürgermeister realisieren konnte. Die Zusammenarbeit zwischen Wacholderwacht und der Landwirtschaftlichen Fakultät soll durch weitere gemeinsame Veranstaltungen vertieft werden.



Das Naturerlebnis Wacholderheide auf dem Weiselstein bei
Schalkenbach bot der multinationalen Studentengruppe aus
Bonn eine lehrreiche Abwechslung zum Universitätsalltag

(Foto: Peter Krebs)

 
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