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Pflegemaßnahme im September 2013


LANGSCHEID. Eigentlich sammelt und restauriert Toni Schlich aus Langscheid alte Traktoren. Neben diesem eher technischen Steckenpferd ist er aber auch ein engagierter Naturfreund und aktiv in der Wacholderwacht Osteifel tätig. Die Landschaftspflege der Wacholderwacht am Wabelsberg findet durch sein Hobby eine ungewöhnliche Unterstützung.

Als Wacholderwachtsprecher Gerhard Krämer aus Langenfeld zum Arbeitseinsatz in der Heidepflege auf den Wabelsberg einlud, brachte der Langscheider kurz entschlossen einen „Japaner“ aus seiner Oldtimersammlung mit. So nennt man in Sammlerkreisen ein von einem Dieselmotor angetriebenes Arbeitsgerät mit einer großen Schüttmulde vor dem Fahrersitz. Knallgelb lackiert hatte es bereits vor Jahrzehnten auf zahlreichen Baustellen der Region Sand, Schutt und Beton bewegt. Während die in der Herbstsonne schwitzenden Wacholderwarte dem ausufernden Ginster- und Brombeerbewuchs mit Freischneider und Astscheren zu Leibe rückten, knatterte als Ersatz für zeitraubende Fuhren mit der Schubkarre der „Japaner“ im Pendelverkehr zwischen den Landschaftspflegern und der Schnittgutsammelstelle durch die Heide oberhalb der „Wacholderhütte“. Das erhöhte nicht nur die Produktivität sondern auch den Spaß der Aktiven, darunter auch Jörg Hilgers, Diplombiologe und Biotopbetreuer des Kreises Mayen-Koblenz.


Toni Schlich mit seinem „Japaner“ war eine
große Hilfe für die Männer der Wacholderwacht Osteifel

(Foto: Ulrich Siewers PR)

Wie wichtig der regelmäßige Rückschnitt des Ginsters und anderer den Heideboden beschattender Pflanzen ist, beweist ein winziges „Wacholderbaby“, das nach dem Freischnitt am Südhang des Wabelsberges entdeckt wurde. Die Jungpflanzen brauchen zum Keimen und in den anschließenden „Kinderjahren“ sehr viel Sonnenlicht. Und dafür sorgen die ehrenamtlich tätigen Wacholderwarte in ihrer Freizeit, die sich über jede Art von Unterstützung freuen - und sei es durch aktive Mitwirkung oder über die Freigetränke in der „Wacholderhütte“ nach getaner Arbeit, diesmal gestiftet vom Langscheider Altbürgermeister Gottfried Groß.


Brombeerranken müssen immer wieder entfernt
werden, damit sich die natürliche Verjüngung
des Wacholders erfolgreich entwickeln kann

(Foto: Ulrich Siewers PR)


Pflegemaßnahme im Juli 2013


Arft/Dr. Menke-Park. Die Bergheiden bei Arft und Langscheid gehören mittlerweile zu den beliebtesten Wandergebieten der Vordereifel. Wacholderbüsche, Heidekraut und Ginster prägen das Landschaftsbild. Traumpfade erschließen dem Naturfreund immer wieder atemberaubende Aussichten auf die einzigartige Vulkanlandschaft. Um den Erhalt der in Jahrhunderten durch intensive Nutzung der Menschen entstandenen Heidelandschaft auch für kommende Generationen zu sichern, muss sie ständig gepflegt werden.



Auch wenn sie ursprünglich nicht die Heidelandschaft
geprägt haben, gehören einige der von Wind und Wetter
geformten Kiefern im Dr. Menke-Park zum heutigen Landschaftsbild

(Foto: Ulrich Siewers PR)

Zu den Maßnahmen der Kulturlandschaftspflege gehören die gezielte Beweidung durch die gemischte Schaf- und Ziegenherde des Heideschäfers Gerhard Degen aus Kirchwald ebenso wie die „Entkusselung“ durch die Mitglieder der Wacholderwacht. Bei der Entkusselung oder dem Entkusseln werden Pionierbaumarten, meistens die Kiefer oder die Birke, aber auch der Ginster entfernt. Dies geschieht durch Herausreißen, Ausgraben mit Spaten oder mit Astscheren oder Sägen. Ohne diese Eingriffe würde sich die offene Heidelandschaft in wenigen Jahren zu einer verbuschten Waldlandschaft entwickeln, in der die biotoptypischen Pflanzengesellschaften wie z. B. Heidekraut, Borstgras oder Arnikavorkommen keine Lebenschancen mehr hätten.


Die sich in den Heideflächen stark ausbreitenden Jungkiefern
gefährden die natürliche Verjüngung des Wacholders
und müssen deshalb entfernt werden

(Foto: Ulrich Siewers PR)

Insbesondere im Naturschutzgebiet Dr. Menke-Park haben sich in den vergangenen Jahren an vielen Stellen Kiefern, Douglasien und Birken natürlich vermehrt. Manche der jungen Bäumchen erreichen bereits eine Wuchshöhe von gut einem halben Meter. Ließe man sie weiter wachsen, bestünde die Gefahr der Beschattung lichtliebender Arten und damit deren Beeinträchtigung in der Entwicklung.



Bereits im Frühstadium ihrer Entwicklung werden die Jungkiefern
möglichst samt der Wurzeln aus dem Boden gerissen -
keine leichte Arbeit für Naturschützer, die ja bekanntlich ein
großes Herz für Flora und Fauna haben

(Foto: Ulrich Siewers PR)

Auch wenn der Besenginster eine typische Heidepflanze ist, muss seine üppige Verbreitung im Rahmen des natürlichen Gleichgewichtes in der Heide immer wieder eingeschränkt werden. Da er den Boden mit Stickstoff anreichert und somit die Humusbildung fördert, muss er regelmäßig zurückgeschnitten und gemulcht werden. Von Hand ist das eine Sisyphos-Arbeit! Deshalb kommen im Dr. Menke-Park und in den übrigen Heidegebieten immer wieder Spezialmaschinen zum Einsatz. Wertvolle Unterstützung leistet ebenfalls die gemeinnützige Komm-Aktiv GmbH aus Mayen.




Den Ginster im Sommer von Hand zu schneiden ist
eine schweißtreibende Sisyphos-Arbeit. Angst vor
blutsaugenden Zecken ist den Wacholderwarten
Peter Krebs und Patrick Mayer dabei ein Fremdwort

(Foto: Ulrich Siewers PR)

Nachdem im Juli die Brut- und Aufwuchsperiode abgeschlossen war und die erforderlichen behördlichen Genehmigungen vorlagen, machte sich die ehrenamtlich tätige Wacholderwacht unter fachkundiger Anleitung von Gerhard Krämer aus Langenfeld ans Werk. Allerdings wurde bei der Aktion ein Kiefernbäumchen aus landschaftsästhetischen Gründen markiert und verschont. Bei hochsommerlichen Temperaturen gestaltete sich die Arbeit nach Feierabend zu einer schweißtreibenden Angelegenheit, die erst durch ein aufziehendes Gewitter jäh beendet wurde.


Verschnaufpause im Schatten - nicht im Bild ist Peter Krebs,
denn er war der Fotograf

 
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