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Pressemitteilung vom 10. Januar 2014


Langscheid/Vordereifel. Weder der allgegenwärtige Nieselregen noch der stürmische Nordwestwind konnten die Männer der Wacholderwacht Osteifel an ihrem ersten gemeinsamen Spaziergang im neuen Jahr durch die Wacholderheide am Wabelsberg hindern. Mit von der Partie war der bekannte Journalist und Buchautor Franz-Josef Dosio aus Wierschem im Maifeld. Als kompetenter Fachmann in Sachen Heilkräuter und heimische Vogelwelt wird er künftig als neues aktives Mitglied das Team von Gerd Krämer aus Langenfeld aktiv ergänzen.

Unterwegs berichtete Wacholderwart Jörg Hilgers, Diplom-Biologe und Biotopbetreuer des Kreises Mayen-Koblenz, über die aktuelle Entwicklung in dem Gebiet oberhalb der Wacholderhütte; „Die Heidelandschaft mit ihrer speziellen Flora und Fauna entspricht in diesem Bereich bereits heute weitgehend dem, was 2005 als Ziel des Life-Projektes definiert wurde.“ Calluna-Besenheide, gemeinhin als Heidekraut bekannt, bedecke mittlerweile weite Teile des Wabelsberges und die natürliche Verjüngung der alten Wacholderbestände komme gut voran. Diese zeige sich in Form von zahlreichen „Wacholderbabys“, die sich sogar direkt am Wanderweg angesiedelt hätten. Ebenfalls bemerkenswert sei die Entwicklung der Rentierflechte auf den Stellen mit felsigem Untergrund.

Die Wacholderwarte Heinz Drotbohm, Franz Dosio,
Gerd Krämer und Jörg Hilgers haben allen Grund zur Freude

(Foto: Ulrich Siewers PR)

Die interessierten Mitwanderer erfuhren, dass diese in unseren Breiten eher seltene Strauchflechtenart, irrtümlich auch Islandmoos genannt, bevorzugt in der nordischen Tundra auf sauren Böden an lichtreichen Standorten in Zwergstrauchheide und auf Magerrasen wächst. Dieser natürliche Landschaftstyp habe sich mittlerweile auf dem Wabelsberg entwickelt. Er locke in der wärmeren Jahreszeit seltene Insektenarten an, darunter die Blauflügelige Ödlandschrecke oder den Warzenbeißer, eine geschützte Heuschreckenart. Insekten gehörten wiederum zum Beuteschema eines ebenfalls auf dem Wabelsberg beheimateten Reptils, der seltenen Wald- oder Bergeidechse. Auch die bereits vor vielen Jahren verschwundene Heidelerche brüte wieder am Wabelsberg. „Diese insgesamt positive Entwicklung verdanken wir an erster Stelle den Bemühungen der Ortsgemeinde Langscheid und des Kreises Mayen-Koblenz.


Die Wacholderwacht unterwegs auf dem Wabelsberg
mit Jörg Hilgers (links) und dem neuen Teammitglied Franz Dosio (2. v. rechts)

(Foto: Ulrich Siewers PR)

Ein ganz besonderes Lob gebührt an dieser Stelle den Mitarbeitern der gemeinnützigen Komm-aktiv GmbH aus Mayen. Ohne deren Fleiß und Sachverstand beim Rückschnitt des überall üppig wuchernden Ginsters wären wir noch längst nicht so weit gekommen“ fasste Hilgers am Ende der Tour zusammen, bevor es in die Wacholderhütte zum Aufwärmen ging.

Im März wird sich die Freiwilligentruppe um Gerd Krämer erneut im Dr. Menke-Park bei Arft treffen, um die Heide im Bereich Bergheidenweg von den Kiefernschösslingen zu befreien, die sich dort im Übermaß entwickelt haben. Wer freiwillig mitmachen möchte, meldet sich bei Gerd Krämer in Langenfeld, Telefon 02655 1835.







Am Südosthang des Wabelsberges hat die
Ebenästige Rentierflechte (Cladonia portentosa)
eine neue Heimat gefunden

(Foto: Ulrich Siewers PR)

Zu Beginn der Pflegemaßnahmen zum Erhalt der Wacholderheiden 2005 gab es auf dem gesamten Wabelsberg keinerlei Verjüngung beim Wacholder. Die Ursache lag in der Beschattung der im Boden vorhandenen Samen durch Kiefern, Brombeerranken und Besenginsterbüschen. Umso mehr freuen sich heute die Natur- und Landschaftsschützer über die zahlreichen "Wacholderbabys", die als sonnenhungrige Lichtkeimer auf den freigestellten Flächen die Zukunft des immergrünen Charakterbaumes sichern.


Ein "Wacholderbaby" am Wegrand
(Foto: Ulrich Siewers PR)

 
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